Nallinger: „Ambition weiter hoch halten – Deutschland muss mit gutem Beispiel vorangehen“

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, sagt zu der Klimapfade-Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI):

„Die Klimapfade-Studie des BDI ist ein wichtiger Debattenbeitrag dazu, das Modernisierungsprojekt Klimaschutz weiter voranzutreiben. Sie zeigt, dass das Thema in der Breite der Wirtschaft angekommen ist und dass Klimaschutz nicht nur Kostenfaktor ist, sondern die Wirtschaft stärkt und ambitionierte Klimaschutzziele für ein höheres Bruttoinlandsprodukt sorgen können.

Schlussfolgerung aus der BDI-Studie darf aber nicht sein, dass Deutschland sich lediglich auf das 80%-Klimaziel bis 2050 festlegen soll. Damit würde der BDI der deutschen Wirtschaft einen Bärendienst erweisen: Die Technologieführer von morgen wären damit nicht mehr die deutschen Unternehmen. Die langfristigen Klimaziele Deutschlands und der EU müssen deshalb im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. Das bedeutet, die Ambition weiter hoch zu halten und das Ziel, bis zu 95% Emissionssenkungen bis 2050 zu erreichen, jetzt mit Nachdruck zu verfolgen. Auch die Studie zeigt ja, dass das 95%-Ziel mit einer schwarzen Null erreichbar ist, wenn die meisten Länder mitmachen.

Deutschland muss hier mit gutem Beispiel vorangehen. Dafür sollte sich die Wirtschaft zu einer starken Allianz zusammenfinden. Es geht um ihre Zukunftsfähigkeit.“

 

 

Über die Stiftung 2°
Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, BSH Hausgeräte GmbH, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Otto Group, OTTO FUCHS KG, PUMA SE, Schüco International KG sowie Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben.

Pressekontakt:
Laura Törkel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030-204 537 34
E-Mail: laura.toerkel@2grad.org 

Nallinger: „Sondierungsergebnis zeigt: Wirtschaft darf beim Modernisierungsprojekt Klimaschutz nicht auf die Politik warten“

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, sagt zu den Sondierungsergebnissen:

„Die angekündigte Beerdingung des 2020-Ziels ist und bleibt ein fatales Signal.

Die Vereinbarungen der Sondierer zum Klimaschutz, die jetzt auf dem Tisch liegen, sind absolut unbefriedigend. Die Zaghaftigkeit und Mutlosigkeit von Union und SPD zeigt, dass die Wirtschaft nicht auf die Politik warten darf, wenn es darum geht, beim Klimaschutz voranzukommen und so die Innovationskraft zu stärken, die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit und die Modernisierung der deutschen Wirtschaft sicherzustellen.

Umso wichtiger ist es, dass sich Unternehmen zu starken Allianzen für einen ambitionierten Klimaschutz zusammenfinden und gemeinsam vorangehen. Ein wirksamer und marktwirtschaftlich orientierter Klimaschutz braucht eine starke unternehmerische Stimme.

Aufgabe von Union und SPD ist es jetzt, bei den Koalitionsverhandlungen nachzuarbeiten: Deutschland muss so nah wie möglich an das 2020-Klimaziel – 40% Emissionsreduktion im Vergleich zu 1990 – herankommen. In den Koalitionsvertrag gehören außerdem konkrete Fahrpläne und Vereinbarungen für alle Sektoren, wie das 2030-Klimaziel erreicht werden kann. Für 2050 darf sich Deutschland auf keinen Fall mit einer Emissionsreduktion von nur 80 Prozent zufriedengeben, sondern es gilt, die Ambition weiter hoch zu halten und größte Anstrengungen zu unternehmen, um das 95-Prozent-Ziel zu erreichen.

Für die Energiewende reicht es nicht aus, ein Ausbauziel für die Erneuerbaren von 65% festzulegen, auch die andere Seite der Medaille gehört dazu. Es braucht nicht nur Zuschalt-, sondern auch Abschaltziele: Die von der nächsten Bundesregierung geplante Kommission zum Ausstieg aus der Kohle ist gefordert, im Dialog mit allen Betroffenen und Beteiligten einen sozialverträglichen und verlässlichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohle festzulegen.

Um die Emissionen nachhaltig zu senken und ausreichende Anreize für ein CO2-armes Wirtschaften und Handeln zu schaffen stehen Deutschland und die EU außerdem vor der Aufgabe, endlich den Emissionshandel weiterzuentwickeln und für ein investitionsrelevantes CO2-Preissignal zu sorgen. Auch dafür sollte sich die kommende Bundesregierung mit Nachdruck einsetzen.

Darüber hinaus brauchen die Wärme- und Verkehrswende durch den Koalitionsvertrag neuen Schub: Durch ein wirksames Anreizsystem und steuerliche Vorteile für eine beschleunigte Gebäudesanierung sowie eine verkehrsmittelübergreifende und klimafreundliche Mobilitätsstrategie, die auch die Basis dafür bildet, dass Unternehmen ihre Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe umstellen können. Der Wille dazu ist ohne Zweifel da.“

 

Über die Stiftung 2°
Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, BSH Hausgeräte GmbH, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Otto Group, OTTO FUCHS KG, PUMA SE, Schüco International KG sowie Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben.

 

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Aufgabe der 2020-Klimaziele ist ein fatales Signal

Zur Ankündigung der Verhandler von Union und SPD für eine neue Große Koalition, dass 2020-Klimaziel aufzugeben, sagt Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung 2°:

„Das Klimaschutzziel 2020 aufzugeben ist ein fatales Signal. Die Politik verlässt mit dieser Ankündigung den bislang vorgesehenen Zielkorridor und stellt damit nicht nur ihre Ernsthaftigkeit für einen wirksamen und ambitionierten Klimaschutz in Frage, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit, was die Klimaziele für 2030 und 2050 angeht.

Es ist Aufgabe der Verhandler nach Wegen zu suchen, wie das Klimaziel 2020 eingehalten werden kann. Wir verstehen die Ankündigung als Zwischenstand in den Verhandlungen und wir gehen davon aus, dass hier nachgearbeitet wird.

Die Wirtschaft ist bereit, ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen und es ist unverzichtbar, dass die neue Bundesregierung dafür die richtigen Weichen stellt und einen wirksamen Rahmen schafft. Die Unternehmen wollen den Klimaschutz als das nutzen, was er ist: Ein Modernisierungsprojekt für unsere Wirtschaft, dessen Umsetzung letztendlich auch über die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland entscheidet.“

Beginn der Sondierungen für eine Große Koalition

Zu den begonnenen Sondierungen für eine Große Koalition sagt Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung 2°:

„Klimaschutz muss für die nächste Bundesregierung ganz oben auf die Agenda – das gilt auch, wenn es zu einer Neuauflage der Großen Koalition kommt.

Klimaschutz ist eines der wichtigsten Modernisierungs- und Zukunftsprojekte der kommenden Jahre und die Wirtschaft braucht Planungs- und Investitionssicherheit. Die Verhandler sind dazu aufgerufen, einen wirksamen politischen Rahmen dafür zu schaffen, dass die Paris-Ziele und die nationalen Klimaschutzziele 2020, 2030 und 2050 erreicht werden können.“

Ehrgeiziger Klimaschutz heute ist unverzichtbar für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen


54 zeichnende Unternehmen:
Acciona | adidas | AIDA Cruises | Allianz | Arcadis | Avant Garde Innovations | Bausparkasse Schwäbisch Hall | Capricorn Investment Group | DAIKIN Airconditioning Germany | Diageo | DSM | Econet Group | Energetics | EPSON Europe | Formula E | Gegenbauer Holding | Groupe ADP | H&M | Hangzhou Minsheng Pharm | IBA Group | IBERDROLA | ING Group | Interface | Jiahe Agricultural Stockbreeding | Kering | LafargeHolcim | LeasePlan | Marks & Spencer | MICHELIN | Natura Cosméticos | Otto Group | Outokumpu | Philips | Philip Morris International | PUMA | Qingdao Double Whale Pharmaceutical | RTE | Saint-Gobain | Salesforce | Schneider Electric | Schüco International | Shandong Zhongcheng Feed Technology | Shenzhen Ausa Pharmed | Simble Solutions Ltd | Solvay | South Pole Group | Sun Daily Farm | UC Rusal | Unilever | Venture Garden Group | Virgin Group | Woolworths | Wuhan Dangdai Science & Technology Industries | Yukou Poultry

Die Erklärung im Wortlaut: 

Wir, die aus G20 und anderen Ländern stammenden, weltweit tätigen Unternehmen, die diese Erklärung unterzeichnet haben – weisen nachdrücklich darauf hin, wie wichtig die Umsetzung des historischen Übereinkommens von Paris aus dem Jahr 2015 ist. Entschiedene internationale Klimaschutzmaßnahmen sind unverzichtbar. Die weltweite Dekarbonisierung ist bereits auf dem Weg und muss in den kommenden Jahren beschleunigt werden – und wer bei dieser Entwicklung vorangeht, kann die Transformation maßgeblich prägen und am stärksten von der Wertschöpfung der zukün ftigen CO2-armen Wirtschaft profitieren.

Wir fordern Rahmenbedingungen, die das Fundament für eine Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2 °C legen und die uns einen aktiven Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels ermöglichen. Wir streben eine CO2-arme Wirtschaft an, die energieeffizient ist und in allen Sektoren auf erneuerbaren Energien beruht. Dies wird eine Welle von Innovationen und Geschäftsgründungen auslösen und auf diese Weise Arbeitsplätze und Wohlstand sichern.

Zur G20 gehören die leistungsstärksten Volkswirtschaften der Welt, die zusammen 74 % der globalen Treibhausgasemissionen ausstoßen. Darum sind die politischen Entscheidungsträger aus den G20-Staaten in besonderer Weise dafür verantwortlich, diesen weltweiten Paradigmenwechsel hin zu einer weltweiten Energiewende in einer Führungsrolle einzuleiten und umzusetzen und allen anderen Ländern Unterstützung anzubieten, um sie als Partner für diesen Prozess zu gewinnen.

Die G20-Mitglieder und weitere Länder, die dazu in der Lage sind, sollten es der internationalen Geschäftswelt ermöglichen, eine aktive Rolle zu spielen, indem sie die erforderlichen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen schaffen, die eine stärkere, beschleunigte Dekarbonisierung der weltweiten Wirtschaft zulassen und auf dem Grundsatz sozialer Gleichheit beruhen.

Wir rufen die G20-Regierungen auf, die G20 als Forum zu nutzen, und die nationalen Regierungen der anderen Länder, sich an den Fortschrittsbemühungen zu beteiligen, um die folgenden Maßnahmen voranzutreiben und umzusetzen:

  1. Aufstellung und Umsetzung langfristiger Dekarbonisierungsstrategien, die branchenübergreifende Klimaschutzmaßnahmen ermöglichen und unsere Volkswirtschaften auf eine CO2-arme Zukunft vorbereiten. Alle Länder sollten bis 2020 derartige Strategien bei der UNFCCC einreichen. Außerdem sollten sie (überarbeitete) national festgelegte Treibhausgasminderungsbeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) mit ehrgeizigen, vergleichbaren Niveaus vorlegen, die zur Einhaltung der im Übereinkommen von Paris festgelegten Klimaziele ausreichen.
  2. Schrittweiser Abbau der Subventionierung fossiler Brennstoffe bis 2025 und Nutzung des daraus resultierenden finanziellen Spielraums für Investitionen in die CO2-arme Wirtschaft, erneuerbare Energien und Steigerung der Energieeffizienz.
  3. Festlegung eines CO2-Preises als Anreiz für Investoren und Unternehmen, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die sich an der Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2 °C orientieren.
  4. Berücksichtigung klimatischer Risiken und der Ergebnisse der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) im Sinne einer gründlichen Bewertung der klimabezogenen finanziellen Risiken und Chancen. Dies wird den finanziellen Entscheidungsträgern Klarheit geben und Vertrauen bei den Investoren in aller Welt schaffen, indem eine langfristige Richtungsvorgabe erfolgt, die notwendig ist, damit die Umsetzung des Übereinkommens von Paris vonseiten der Investitionen mitgetragen wird.

Wir – die Unternehmen, die diese Erklärung unterzeichnet haben – bekräftigen unsere Absicht, den Klimawandel im Rahmen unserer geschäftlichen Tätigkeiten und durch Strategien auf nationaler und internationaler Ebene proaktiv und kollektiv zu bekämpfen. Neben unseren eigenen Maßnahmen und Instrumenten nutzen wir die durch Rahmenwerke bereitgestellten Möglichkeiten für unternehmerischen Klimaschutz, etwa interne CO2-Preise, Einbeziehung der TCFD-Empfehlungen in unsere eigene Berichterstattung sowie durch sogenannte science-based targets.

 

Hinweis: Die Unternehmererklärung ist noch zur Zeichnung offen. Interessierte Unternehmen (<1.000 Mitarbeiter) wenden  sich bitte bis zum 31.01.2018 an ParisMomentum@2grad.org.

Initiated and organized by: Stiftung 2° (Foundation 2°)

Koordiniert von: Carbon Disclosure Project (CDP) | The Prince of Wales’s Corporate Leaders Group (CLG) | Corporate Leaders Network for Climate Action (CLN) | Entreprises pour l‘Environnement (EpE) | Foundations Platform F20 | Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) | Japan Climate Leaders Partnership (Japan CLP) | We Mean Business (WMB)

Allianz aus 54 global agierenden Unternehmen fordert ambitionierten Klimaschutz

BERLIN/PARIS – Zum zweiten Jahrestag der Verabschiedung des Weltklimaabkommens und anlässlich des „One Planet Summit“ von Staats- und Regierungschefs in Paris auf Initiative des französischen Präsidenten Emanuel Macron fordert eine breite Allianz aus 54 global agierenden Unternehmen aus allen Kontinenten und einer großen Bandbreite von Branchen einen ambitionierteren und beschleunigten Klimaschutz als Basis für zukünftigen ökonomischen Erfolg.

In ihrer gemeinsamen Erklärung beziehen sich die Unternehmen insbesondere auf die Industrienationen der G20, die für rund 74 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind. Ihnen komme die besondere Verantwortung zu, die Transformation zu einer CO2-armen Wirtschaft anzuführen und andere Länder bei einer globalen Energiewende wirkungsvoll zu unterstützen. Dazu gehöre der Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe bis 2025, ein klares und investitionsrelevantes CO2-Preissignal sowie Klarheit über finanzielle Risiken aufgrund des Klimawandels. Eine emissionsarme Wirtschaft sichere nicht nur Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Arbeitsplätze, sondern stärke auch entscheidend die Innovationskraft der Unternehmen und Volkswirtschaften.

Die Unternehmen sprechen sich für verlässliche und klare politische Rahmenbedingungen als Grundlage für eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2° Celsius und die Transformation hin zu einer CO2-armen Wirtschaft aus. Gleichzeitig bekräftigen sie, einen ambitionierten unternehmerischen Klimaschutz als Vorreiter auf nationaler und internationaler Ebene und im Sinne der Ziele des Weltklimaabkommens weiter und mit Nachdruck voranzutreiben – sowohl durch ihr unternehmerisches Handeln, als auch durch die Berücksichtigung zusätzlicher Instrumente wie zum Beispiel unternehmensinterne Regelungen zur CO2-Bepreisung, TCFD-Empfehlungen (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) für die Klimaberichterstattung oder science-based targets.

Gezeichnet wurde die Erklärung unter anderem von Allianz, Michelin, UC Rusal und Unilever; zusammen repräsentieren die zeichnenden Unternehmen mehr als 1,9 Millionen Arbeitnehmer weltweit und einen globalen Umsatz von mehr als 676 Milliarden Euro. Das entspricht einem Viertel des Bruttoinlandsprodukts von Frankreich und beträgt mehr als das Doppelte des Bruttoinlandsprodukts von Dänemark.

„Die Erklärung der Unternehmen ist ein starkes Signal an die Staats- und Regierungschefs insbesondere der G20, die Dynamik des Paris-Abkommens aufrechtzuerhalten“, sagt Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, die das Papier initiiert hat. „International führende Unternehmen meinen es mit ihrem Commitment ernst und wollen dazu beitragen, dass die Paris-Ziele erreicht werden. Sie unterstützen Rahmensetzungen, die klimaschädliche Subventionen abbauen, den Mechanismus der CO2-Bepreisung ausweiten und die Finanzmärkte in die Lage versetzen, für mehr Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung zu wirken. Sie wissen: Diejenigen, die jetzt die richtigen Weichen stellen und den gerade stattfindenden Modernisierungsprozess aktiv vorantreiben, werden auch davon profitieren“, so Nallinger weiter.

„Den G20-Staaten kommt beim Schutz des Klimas und der Dekarbonisierung eine besondere Verantwortung zu, geschlossen voranzuschreiten“ mahnt Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group und Präsidiumsvorsitzender der Stiftung 2°. „Die globale Dekarbonisierung findet bereits statt und muss jetzt an Fahrt aufnehmen, wenn wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2° Celsius begrenzen wollen. Die Unternehmen tragen ihren Teil dazu bei und brauchen dafür klare, langfristige und möglichst über Ländergrenzen hinweg wirksame Rahmenbedingungen“, so Dr. Otto weiter.

„Als einer der größten weltweiten Investoren in Erneuerbare Energien treiben wir den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft mit voran. Dafür benötigen wir stabile Rahmenbedingungen und einen angemessenen Kohlenstoff-Preis. Zudem integrieren wir Umwelt-und soziale Aspekte in unserer Kapitalanlage. Wir begrüßen mehr Transparenz zu klimabezogenen Daten, da so verlässlichere Informationen für langfristige Investitionsentscheidungen zur Verfügung stehen“, so Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE.

 

Download Erklärung Deutsch

Download Erklärung Englisch

Download Erklärung Französisch

 

Hinweis: Die Unternehmererklärung ist noch zur Zeichnung offen. Interessierte Unternehmen (<1.000 Mitarbeiter) wenden  sich bitte bis zum 31.01.2018 an ParisMomentum@2grad.org.

 

54 zeichnende Unternehmen:
Acciona | adidas | AIDA Cruises | Allianz | Arcadis | Avant Garde Innovations | Bausparkasse Schwäbisch Hall | Capricorn Investment Group | DAIKIN Airconditioning Germany | Diageo | DSM | Econet Group | Energetics | EPSON Europe | Formula E | Gegenbauer Holding | Groupe ADP | H&M | Hangzhou Minsheng Pharm | IBA Group | IBERDROLA | ING Group |Interface | Jiahe Agricultural Stockbreeding | Kering | LafargeHolcim | LeasePlan | Marks & Spencer | MICHELIN | Natura Cosméticos | Otto Group | Outokumpu | Philips | Philip Morris International | PUMA | Qingdao Double Whale Pharmaceutical | RTE | Saint-Gobain | Salesforce | Schneider Electric | Schüco International | Shandong Zhongcheng Feed Technology | Shenzhen Ausa Pharmed | Simble Solutions Ltd | Solvay | South Pole Group | Sun Daily Farm | UC Rusal | Unilever | Venture Garden Group | Virgin Group | Woolworths | Wuhan Dangdai Science & Technology Industries | Yukou Poultry

Initiiert und organisiert von der Stiftung 2°.

Über die Stiftung 2°
Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, BSH Hausgeräte GmbH, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Otto Group, OTTO FUCHS KG, PUMA SE, Schüco International KG sowie Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben.

Pressekontakt:
Laura Törkel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030-204 537 34
E-Mail: laura.toerkel@2grad.org

 

Koordiniert von: Carbon Disclosure Project (CDP) | The Prince of Wales’s Corporate Leaders Group (CLG) | Corporate Leaders Network for Climate Action (CLN) | Entreprises pour l‘Environnement (EpE) | Foundations Platform F20 | Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) | Japan Climate Leaders Partnership (Japan CLP) | We Mean Business (WMB)

Unternehmenserklärung zur Klimapolitik in den Sondierungsgesprächen

Die 52 Unterzeichner: adidas | AIDA Cruises | ALBA | ALDI SÜD | Alfred Ritter GmbH & Co.KG | Alnatura |Baufritz | Bausparkasse Schwäbisch Hall | BUDNIKOWSKY | CEWE | DAIKIN Airconditioning Germany | Deutsche Börse | Deutsche ROCKWOOL | Deutsche Telekom | Deutsche Wohnen | elobau | EnBW | ENTEGA | E.ON | EPSON DEUTSCHLAND | EWE | Firmengruppe Max Bögl | Gegenbauer Holding | GLS Bank | Hermes Germany | HOCHTIEF | Interseroh | ista International | Lebensbaum | LR Facility Services | METRO | Naturstrom | Nestlé Deutschland | Otto Group | Papier- und Kartonfabrik Varel | PUMA | SAP | Schneider Schreibgeräte | Schüco International | Siemens | Sparda-Bank München | Stadtwerke München | Stadtwerke Tübingen | Tchibo | Trianel | Triodos Bank | VAUDE | Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) | Viebrockhaus | WALA | Wilkhahn | Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI)

Sie finden die Unternehmenserklärung der Stiftung 2°, GermanWatch and B.A.U.M e.V. als Download oder im Folgenden als Original:

Die notwendige Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft gewinnt durch das völkerrechtlich verbindliche Pariser Klimaabkommen global an Fahrt. Weltweit erhöht der neue Klimavertrag unternehmerische Planungssicherheit und ermöglicht dadurch zusätzliche Investitionen.

Nach dem historischen Erfolg von Paris und seiner Bestätigung auf dem Hamburger G20-Gipfel kommt es jetzt auf die Umsetzung der Klimaziele auch in Deutschland und der EU an. Wir begrüßen, dass Deutschland mit dem Klimaschutzplan 2050 und seinen Sektorzielen für 2030 einen wichtigen ersten Schritt hin zu besseren Bedingungen für zukunftssichere Investitionen gemacht hat. Unternehmen können bei entsprechender Rahmensetzung einen zentralen Beitrag leisten, um die aus dem Pariser Abkommen abgeleiteten Klimaziele in Deutschland und der EU durch Innovationen und Investitionen zu erreichen. Wir sind bereit, unseren Anteil am Klimaschutz zu leisten.

Um bei der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft international den Anschluss zu behalten, braucht Deutschland jedoch eine überzeugende Umsetzungsstrategie für seine vergleichsweise ehrgeizigen Emissionsziele. Eine ambitionierte Klimapolitik ist heutzutage wichtiger Baustein einer verlässlichen und zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik, die notwendige Investitionen vorantreibt sowie Arbeitsplätze schafft und sichert. Eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ist eine große Chance für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Die kommende Regierungskoalition sollte darum die Geschwindigkeit der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft erhöhen und hierzu die enge Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnern suchen.

Wir, Unternehmen aus einem breiten Spektrum von Branchen der deutschen Wirtschaft, sehen für die Politik in der neuen Legislatur bei folgenden Punkten dringenden Handlungsbedarf:

1. Die Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 muss zum Modernisierungsprogramm für Deutschland werden. Eine der zentralen Aufgaben der nächsten Monate ist es, Planungssicherheit zu schaffen und den Klimaschutzplan im Koalitionsvertrag möglichst verbindlich zu bestätigen. Die Implementierung der jeweiligen 2030-Sektorziele sollte sehr bald mit Umsetzungsplänen und konkreten Maßnahmenpaketen unterlegt werden.

2. Als wesentliche Innovationstreiber brauchen Energiewende und Wärmewende durch den neuen Koalitionsvertrag zusätzlichen Schub. Dazu gehören ein Anheben der Ausschreibungsmengen bei den erneuerbaren Energien und zusätzliche Anstrengungen beim Stromsparen, um die weitgehende Elektrifizierung von Wärmesektor, Verkehr und Teilen der Industrie zu ermöglichen. Für die Energiewende als auch zur Effizienzsteigerung müssen Stromnetze und Speicher beschleunigt ausgebaut, die europäische Zusammenarbeit intensiviert und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Zur Steigerung der Energieeffizienz bedarf es einer entschiedenen Beschleunigung bei der Gebäudesanierung mit zusätzlichen Anreizen, wie z.B. einer steuerlichen Förderung. Unverzichtbar ist ein verlässlicher und sozialverträglicher Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung. Dazu gehört eine schrittweise Verringerung der treibhausgasintensiven Kraftwerkskapazitäten unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und der Klimaziele. Hierbei sollte ein wirksamer CO2-Preis eine möglichst zentrale Rolle spielen.

3. Für mehr Investitionssicherheit brauchen Deutschland und EU umgehend eine Weiterentwicklung des Emissionshandels mit flankierenden Maßnahmen für ein investitionsrelevantes CO2-Preissignal. Um ausreichende Anreize für ein CO2-armes Wirtschaften und Handeln zu schaffen, sollte die Modernisierung von Steuern und Abgaben sowie die Beendigung fossiler Subventionen bis 2025 geprüft werden. Ein solches Vorgehen würde eine starke Rolle Deutschlands und der EU erlauben, um auch auf G20-Ebene entsprechende Konzepte voranzubringen. Die im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Industrie benötigt dabei kluge staatliche Rahmensetzungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und ihre Transformation zu ermöglichen.

4. Deutschland und EU brauchen jetzt den konsequenten Einstieg in die Verkehrswende. Grundlage dafür ist eine verkehrsmittelübergreifende und klimafreundliche Mobilitätsstrategie für Deutschland. Dazu gehören sowohl eine deutliche Stärkung des Schienenverkehrs und des kommunalen Nahverkehrs – u.a. durch eine Beschleunigung von Infrastrukturausbau und -modernisierung – als auch zusätzliche Maßnahmen für eine verstärkte Nutzung emissionsarmer Antriebe und Treibstoffe, z. B. beim Ausbau der Elektromobilität.

5. Von der neuen Regierung erwarten wir entschiedene und effiziente Maßnahmen zur Erreichung des nationalen 2020-Emissionsziels. Die langfristigen Klimaziele Deutschlands und der EU sollten vor dem UN-Klimagipfel 2020 in Einklang mit den Pariser Klimazielen gebracht werden und dementsprechend mit bis zu 95 Prozent Emissionssenkung für 2050 am oberen Rand des derzeitigen Zielkorridors ausgerichtet werden.