Nallinger: „Sondierungsergebnis zeigt: Wirtschaft darf beim Modernisierungsprojekt Klimaschutz nicht auf die Politik warten“

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, zu den Ergebnissen der Sondierung für eine Große Koalition

(12.01.2018)

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, sagt zu den Sondierungsergebnissen:

„Die angekündigte Beerdingung des 2020-Ziels ist und bleibt ein fatales Signal.

Die Vereinbarungen der Sondierer zum Klimaschutz, die jetzt auf dem Tisch liegen, sind absolut unbefriedigend. Die Zaghaftigkeit und Mutlosigkeit von Union und SPD zeigt, dass die Wirtschaft nicht auf die Politik warten darf, wenn es darum geht, beim Klimaschutz voranzukommen und so die Innovationskraft zu stärken, die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit und die Modernisierung der deutschen Wirtschaft sicherzustellen.

Umso wichtiger ist es, dass sich Unternehmen zu starken Allianzen für einen ambitionierten Klimaschutz zusammenfinden und gemeinsam vorangehen. Ein wirksamer und marktwirtschaftlich orientierter Klimaschutz braucht eine starke unternehmerische Stimme.

Aufgabe von Union und SPD ist es jetzt, bei den Koalitionsverhandlungen nachzuarbeiten: Deutschland muss so nah wie möglich an das 2020-Klimaziel – 40% Emissionsreduktion im Vergleich zu 1990 – herankommen. In den Koalitionsvertrag gehören außerdem konkrete Fahrpläne und Vereinbarungen für alle Sektoren, wie das 2030-Klimaziel erreicht werden kann. Für 2050 darf sich Deutschland auf keinen Fall mit einer Emissionsreduktion von nur 80 Prozent zufriedengeben, sondern es gilt, die Ambition weiter hoch zu halten und größte Anstrengungen zu unternehmen, um das 95-Prozent-Ziel zu erreichen.

Für die Energiewende reicht es nicht aus, ein Ausbauziel für die Erneuerbaren von 65% festzulegen, auch die andere Seite der Medaille gehört dazu. Es braucht nicht nur Zuschalt-, sondern auch Abschaltziele: Die von der nächsten Bundesregierung geplante Kommission zum Ausstieg aus der Kohle ist gefordert, im Dialog mit allen Betroffenen und Beteiligten einen sozialverträglichen und verlässlichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohle festzulegen.

Um die Emissionen nachhaltig zu senken und ausreichende Anreize für ein CO2-armes Wirtschaften und Handeln zu schaffen stehen Deutschland und die EU außerdem vor der Aufgabe, endlich den Emissionshandel weiterzuentwickeln und für ein investitionsrelevantes CO2-Preissignal zu sorgen. Auch dafür sollte sich die kommende Bundesregierung mit Nachdruck einsetzen.

Darüber hinaus brauchen die Wärme- und Verkehrswende durch den Koalitionsvertrag neuen Schub: Durch ein wirksames Anreizsystem und steuerliche Vorteile für eine beschleunigte Gebäudesanierung sowie eine verkehrsmittelübergreifende und klimafreundliche Mobilitätsstrategie, die auch die Basis dafür bildet, dass Unternehmen ihre Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe umstellen können. Der Wille dazu ist ohne Zweifel da.“

 

Über die Stiftung 2°
Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, BSH Hausgeräte GmbH, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Otto Group, OTTO FUCHS KG, PUMA SE, Schüco International KG sowie Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben.

 

Pressekontakt:
Laura Törkel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030-204 537 34
E-Mail: laura.toerkel@2grad.org