Unternehmensstrategien im Klimawandel

Wie kann der Stand des Wissens zum Klimawandel so aufbereitet werden, dass Unternehmen nicht nur für das Thema der dauerhaften Anpassung an Klimawandelfolgen sensibilisiert werden, sondern es auch in ihre strategischen Planungen integrieren? Zu dieser Frage initiierte die Stiftung 2° in Kooperation mit dem Climate Service Center Germany (GERICS) und der Unternehmensberatung CSR Management Dienstleistungen 2014/2015 das Projekt Unternehmensstrategien im Klimawandel.

Der Klimawandel stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Neben ihrem Bemühen um Klimaschutz müssen sich Unternehmen auch an die heute bereits unvermeidlichen und in Zukunft zu erwartenden Folgen des Klimawandels anpassen, um Risiken abzumildern und Chancen rechtzeitig zu ergreifen. Laut Global Risk Report 2016 des World Economic Forum (WEF) wird das Scheitern von Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels als eines der größten Risiken für die Weltgemeinschaft in den kommenden 10 Jahren bewertet. Für die Mehrzahl der rund 750 befragten Experten ist der Klimawandel sogar das Risiko mit dem potenziell größten negativen Einfluss auf die Weltgemeinschaft, noch vor den Gefahren, die von den Massenvernichtungswaffen weltweit ausgehen.

Klimawandelfolgen als Teil der Unternehmensstrategie

Wie kann der Stand des Wissens zum Klimawandel so aufbereitet werden, dass Unternehmen nicht nur für das Thema der dauerhaften Anpassung an Klimawandelfolgen sensibilisiert werden, sondern es auch in ihre strategischen Planungen integrieren? Dieser Frage widmeten sich die Stiftung 2° in Kooperation mit dem Climate Service Center Germany (GERICS) und der Unternehmensberatung CSR Management Dienstleistungen mit dem Projekt Unternehmensstrategien im Klimawandel.

Mit Hilfe eines Referenzrahmens befragten die Projektpartner systematisch insgesamt 35 Entscheidungsträger in Unternehmen zu den relevanten Funktionsbereichen Management und Führung, Markt, Finanzen, Infrastruktur, Produktion und Logistik sowie Personal.


Das sagen die Teilnehmer

„Die Kooperation zwischen der Stiftung 2° und dem Climate Service Center Germany liefert wichtige Ansätze für die Entwicklung robuster unternehmerischer Klimastrategien.”
(Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz)

„Durch den Referenzrahmen wurde eine gute Sensibilisierung für das Thema Klimawandel und Klimafolgen erreicht.“
(Thomas Lauritzen, Schüco International KG)

„…Anforderungen an die Politik: Klare, langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen. Kein sprunghafter Wandel.“
(Ein Teilnehmer)


Durch die Befragung und den damit initiierten Diskurs wurden die Befragten für die Folgen des Klimawandels sowie für mögliche Anpassungsmaßnahmen sensibilisiert und dazu angeregt, ihre eigenen, unternehmensspezifischen Prozesse und Strukturen im Hinblick auf mögliche Wirkungszusammenhänge mit dem Klimawandel zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Das Projekt ermöglichte ihnen eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem strategisch relevanten Thema – sowohl hinsichtlich seiner Risiken, als auch seiner Chancen.

Die Befragten erhielten für ihr Unternehmen relevante Projektergebnisse und Erkenntnisse aufbereitet in einer individuellen Auswertung mit unternehmensindividuellen und allgemeinen Handlungsempfehlungen.

Um als Unternehmen für eine 2°C-Welt gut aufgestellt zu sein, wird es immer wichtiger, im Rahmen der Unternehmensstrategie auch die Anpassung an die unausweichlichen Folgen des Klimawandels zu berücksichtigen.

Key Findings

  • Klimawandel wird noch immer als „zufällige“ höhere Gewalt gesehen.
  • Finanzielle Folgen des Klimawandels werden unterschätzt oder gar nicht bewertet.
  • Klimawandel wird auch als Marktchance betrachtet, doch die Chancen werden nicht systematisch gesucht.
  • Unternehmensinfrastruktur nur in Teilen gesichert und ist nicht Teil des zentralen Risikomanagementsystems.
  • Analysierte Anfälligkeit in Produktion und Logistik resultieren aus anderen Gründen als Klimawandel.
  • Auffällig: Ungleiches Wissen innerhalb der Unternehmen.

 

Kontakt für weitere Informationen

 

Dr. Peer Seipold
Climate Service Center Germany (GERICS)
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Fischertwiete 1, Chilehaus, Eingang B
20095 Hamburg
Tel: +49 (0) 40 226 338 456
Fax: +49 (0) 40 226 338 163
E-Mail: Peer.Seipold@hzg.de

 

Ansprechpartnerin bei der Stiftung 2°

Susan Weide
Referentin Unternehmerischer Klimaschutz
Tel: +49 (0) 30 – 2045 4458
E-Mail: susan.weide@2grad.de